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Klaro! – Karolina Strassmayer, Drori Mondlak,
Cary DeNigris, Markus Schieferdecker

„Dynamische Laut-Malerei

Prominenz im Hospital – so könnte man es zu beschreiben suchen, aber eigentlich gleicht eine derartige Anlehnung an heimische Sprachfloskeln eben deren bodenhaftigen Flachheit.

Was die Zuhörer am 25. April 2009 in der Hospitalskapelle zu hören bekamen, war eine  Offenbarung sensiblen Musizierens. Gerade weil es galt, vier einfühlsame und virtuose Musiker in den Rahmen eines Konzertprogramms zu zwängen, war dieses ein Höhenflug par excellence.
Die Fähigkeit der angekündigten Frontfrau, sich im Zusammenspiel dieses Quartetts nicht in den Vordergrund zu drängen, zeigt ihre musikalische Stärke und Einfühlsamkeit. Karolina Strassmayer wusste um die hörbare, musikalische Freiheitsliebe ihrer amerikanischen Kollegen und bremste sie nicht.

Unschwer und kaum überhörbar prägte die immense und dynamische Spielfreude des amerikanischen Schlagzeugers Drori Mondlak diesen Konzertabend. Dies geschah, beruhigend, manchmal ob seines unübersehbaren Temperaments aufbrausend, nicht fordernd, sondern im Sinne eines inspirierenden gemeinsamen Wollens.

Cary DeNigris – ein Ausnahmegitarrist, dem es gegeben ist, ein unglaublich feines Gehör zu haben, denn  nur so erklären sich der selbst gewählte, erstaunlich gute Sound seines Instrumentes und seine mehr als überzeugende Improvisationsfähigkeit. Er zeigte, dass die Gitarre weit mehr ist, als ein Begleitinstrument. Bei ihm ist sie Sprache und Ausdruck. Seine Begeisterung im Solo ist eine Bank und so zeigte er im Solo eine virtuose und melodiöse Einfühlungsgabe, die als weit herausragend zu bezeichnen ist.

Markus Schieferdecker – nicht selten zeigen Bassisten eine gewisse Nachlässigkeit in der Intonation. Nicht Markus! Ihm gelingt die Harmonisierung der Stücke spielend einfach, dieser Teppich ist rutschfest und bruchsicher, seine Soli sind intelligent und inspirierend zugleich.

Karolina ist eine Ausnahme-Altistin. Längst die Phase des Reproduzierens bekannter und erforderlicher Phrasen auf dem Saxophon gelernt, gemerkt und hinter sich gelassen, kann sie sich der freien Entfaltung ihrer eigenen musikalischen Gedanken ergeben und ihr Spiel wirkt eindrucksvoll entspannt und abgeklärt.

Zusammen waren sie eine eigene Sache, ein mehr als gerne gehörtes Quartett. Nach mehr konnten sie an diesem Abend nicht klingen, weil sie perfekt waren.

Thomas Gläsel

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